Programm – 1. KAPA Kongress 2026

2 Tage, 8 Blöcke

Änderungen vorbehalten

Freitag, 29.5.2026: 10:00 – 11:00 Uhr

Registrierung, Ankommen, erster Netzwerkaustausch

Block I – Eröffnung & Keynote: 11:00 – 12:30 h

KAPA Kongress 2025

Begrüßung durch KAPA

ja, wir meinen’s ernst. 11 h ist Start

Dr. Kathrin Kirchheiner

Assoc.Profin.Priv.Dozin.Maga.Drin. / Univ.Klinik Radioonkologie, AKH Wien, MedUniWien

Der Vortrag analysiert kritisch die normierende Rolle der Medizin im Umgang mit Sexualität und zeigt, wie Heteronormativität und moralische Wertannahmen den klinischen Alltag im Krankenhaus prägen. Anhand von Praxisbeispielen wird deutlich,  wie stark medizinische Praxis von gesellschaftlichen Vorstellungen über „Normalität“ in Bezug auf Sexualität geprägt ist – und welche Konsequenzen sich daraus für den professionellen Umgang mit sexuellen Präferenzen ergeben, die vom konventionellen Standard abweichen. Als Gegenentwurf zur normativen Sexualmoral wird eine konsensbasierte, sex-positive Haltung entwickelt, die Autonomie, explizite Kommunikation und Selbstverantwortung in den Mittelpunkt stellt. Diese Perspektive wird in Lehre, Forschung und Klinik gefördert, insbesondere durch ein diversitätssensibles Wahlfach, das Selbstreflexion, Entpathologisierung und professionelle Gesprächskompetenz in den Mittelpunkt stellt.

Reinhard Gaida, MSc

Master of Science Counseling, NLP- Breathwork- Hypnose- Trainer, Gründer von Schwelle Vienna

Veränderte Bewusstseinszustände sind mächtige Werkzeuge für Heilung, Integration und tiefere Selbsterfahrung. Reinhard Gaida zeigt, wie Breathwork, Hypnose, Substanzen und Kink gezielt genutzt werden können, um Körper, Geist und Emotionen in transformative Zustände zu bringen. Ein Vortrag über Präsenz, Hingabe und die Kraft, Bewusstsein bewusst zu erweitern.

Alexandra Bahr

Autorin von Radikal Frei & Keynote Speakerin für gelebte Diversity

Vielfalt ist keine Feelgood-Floskel und keine Maßnahme, sondern ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor.

Alexandra Bahr zeigt, wie Unternehmenskultur entsteht, in der Menschen freiwillig Verantwortung übernehmen, weil sie sich gesehen, gehört und gebraucht fühlen.

Gelernt im KitKatClub. Übertragen in die Wirtschaft.

Radikal frei gedacht. Wirtschaftlich wirksam umgesetzt.

Mittagspause: 12:30 – 13:30 h

Block II – Kink & more: 13:30 – 15:00 h

Dr. Martin Gostentschnig

Vizepräsident von Kapa, Klinischer & Gesundheitspsychologe, Personzentrierter Psychotherapeut, Traumatherapeut, Philosoph

Kink-Shaming ist weit mehr als eine interpersonelle Kränkung; es ist ein systemischer Stigmatisierungsmechanismus, der fundamentale Barrieren im Zugang zu medizinischer, psychologischer und physiotherapeutischer Versorgung errichtet. Die empirische Evidenz belegt eindrücklich, dass das tiefsitzende medizinische Misstrauen von Personen mit alternativen Beziehungsformen und Sexualitäten objektiv begründet ist – genährt durch historische Pathologisierung und allgegenwärtige Diskriminierungserfahrungen im Alltag.

Die weitreichenden Folgen dieser Stigmatisierung lassen sich treffend durch das Minderheitenstressmodell erklären: Der gesellschaftliche Druck, alltägliche Vorurteile und die ständige Notwendigkeit, die eigene sexuelle Identität zu verbergen (Concealment), erzeugen einen chronischen Stresszustand, der die psychische und physische Gesundheit massiv belasten kann. Zum Abschluss wird Dr. Martin Gostentschnig den theoretischen Teil des Vortrags aufgreifen und mit Beispielen aus der Praxis abrunden.

Dipl.-Ing. Justyna Konecka (Jay)

Conscious Kink Facilitator, Biotechnologin

Was passiert im Gehirn, wenn Schmerz andere Bedeutung bekommt?
Der Vortrag beleuchtet, wie im Rahmen von BDSM-Settings gewollter, konsensueller Schmerz im
Zusammenspiel von Körper, Gehirn und subjektiver Bedeutung entsteht und unter bestimmten
Bedingungen in Lust oder trance-ähnliche Zustände umschlagen kann. Ausgehend von der
neurobiologischen Grundlage der Nozizeption und der Verarbeitung in kortikalen Netzwerken wird
Schmerz als psycho-physische Konstruktion verstanden, die von Kontext, Emotion, Aufmerksamkeit
und Erfahrung moduliert wird. Im Fokus steht die Frage, wie Bedeutungsrahmen, Setting und erlebte
Kontrolle über Schmerzreize darauf auswirken, dass identische Stimuli entweder als Bedrohung oder
als lustvoll, sinnstiftend und bewusstseinsverändernd erlebt werden können. Dabei werden
neurobiologische und biochemische Mechanismen diskutiert, die zur Reduktion von Leid und zur
Induktion veränderter Bewusstseinszustände beitragen können.
Eingebettet sind diese theoretischen Perspektiven in meine praktische Erfahrung als Facilitator in
Gruppen-Settings und in der Begleitung von Prozessen mit Schmerz, sodass Brücken geschlagen
werden zwischen Schmerzforschung, körperorientierten und rituellen Praktiken sowie Implikationen
für Selbstermächtigung und psychologische Flexibilität.

Dr. Stephanie Kossow

Fachärztin für Allgemeinmedizin, Sexualmedizin, ärztliche Psychotherapie (tiefenpsychologisch fundiert)

Feministische Perspektiven finden in Sexualmedizin und Sexualtherapie bislang nur begrenzt Raum – viele Konzepte, Diagnosen und Behandlungsmodelle sind historisch in patriarchalen und heteronormativen Kontexten entstanden. Dieser Vortrag begibt sich auf eine kritische Spurensuche durch zentrale Narrative der Sexualmedizin: Welche Annahmen über Lust, Begehren, „Funktionsstörungen“ und Beziehungen prägen unsere Arbeit bis heute? Und welche Mythen lassen sich aus feministischer Perspektive hinterfragen – insbesondere mit Blick auf Heterofatalismus und das Unbehagen in heterosexuellen Beziehungsdynamiken?

Pause: 15:00 – 15:30 h

Block III – Sexualmedizin: 15:30 – 17:00 h

Dr.in Aglaia Ishtar Kotal BA, MA

Ärztin für Allgemein- und Familienmedizin, Notfallmedizin & Sexualmedizin

Eine sexualmedizinische und forensische Perspektive auf Konsens, Einwilligungsfähigkeit und den Unterschied zwischen Gewalt und BDSM.

Es werden sowohl Abbildungen von Verletzungsmustern besprochen und gezeigt, die den Unterschied zwischen Gewalthandlungen und konsensuellen Handlungen  darstellen als auch auf die rechtlichen Unterschiede zwischen Vorsatzhandlungen und die gesetzlichen Grenzen der Einwilligungsfähigkeit eingegangen. In diesem Kontext essentiell ist es ebenso, die ärztliche und therapeutische Verschwiegenheitspflicht und die Vorgaben zum Datenschutz und Schutz der Persönlichkeitsrechte zu beleuchten.

Dr. Caroline Ender, IBCLC

Fachärztin für Gynäkologie & Geburtshilfe

bereichsleitende Oberärztin für  Geburtshilfe LKH Feldkirch

Diplom für Sexualmedizin (ÖÄK)

Schwangerschaft verändert Körper, Identität und Beziehung – und damit oft auch die Sexualität. Der Vortrag beleuchtet, wie sich Lust, Intimität und sexuelle Praktiken während Schwangerschaft und Wochenbett verändern können und welche körperlichen, hormonellen sowie psychosozialen Faktoren dabei eine Rolle spielen. Besonderes Augenmerk liegt auf der oft wenig besprochenen Perspektive von Kink und alternativen Sexualpraktiken: Was ist weiterhin möglich, was erfordert Anpassung, und wo liegen Grenzen? Ziel ist es, einen offenen, entstigmatisierenden Blick auf sexuelle Vielfalt in dieser Lebensphase zu ermöglichen und Fachpersonen Sicherheit im Umgang mit entsprechenden Fragen von PatientInnen zu geben.

Sonja Pauli, BSc

Physiotherapeutin mit Schwerpunkt Urologie, Gynäkologie & Sexualmedizin

Analverkehr und andere Praktiken, die das anale Aufnehmen beinhalten, finden zunehmend Einzug in die Schlaf- und Spielzimmer der Menschen. Dabei können empfindliche Strukturen des Anorektums belastet oder verletzt werden. Kann Analsex wirklich zu Inkontinenz führen? Was bedeutet es für den Darm, wenn Objekte darin „verschwinden“? Wie können körperlich fordernde Spielvarianten wie zB. Fisting möglichst sicher durchgeführt werden? Und welchen Beitrag kann die Physiotherapie in der Prävention und der Rehabilitation anorektaler Sexualverletzungen leisten?

Pause: 17:00 – 17:15 h

Block IV – About Books: 17:15 – 18:00 h

Lisa Vanovitch & Holger Quandt

Geschäftsführerin der Kreativagentur Vanovi Media GmbH und  Autorin

Paar- und Sexualtherapeut, Verlagsleiter, Vorsitzender von Kinky Berlin

Wenn Inhalte zu Körper, Sexualität oder Kink in Feeds gesperrt oder unsichtbar gemacht werden, wird Print zum Schutzraum. Der Berliner Verlag „Vast Chili Nova“ macht Bücher, Hefte, Kartendecks und Arbeitsmaterial, die explizit, einvernehmlich und frei sprechen dürfen. Im Vortrag zeigen die Verleger Holger Quandt und Lisa Vanovitch, wie solche Formate aussehen können – vom Expertenbuch über Kartendecks, Workbooks bis hin zu Kooperationsprodukten.
Wie bringen Akteure in diesem Bereich ihre Inhalte zu ihren Zielgruppen, wenn Algorithmen bremsen? Wir geben Einblick in multimediale Ansätze, Online-Funnels und Kooperationen, die solche Arbeit sichtbar machen und auf das Marketing der Autorinnen einzahlen.

Ing. Natascha Ditha BERGER, MSc

KAPA Head Mistress

Psychotherapeutin, Coach, IT-Managerin

Die meisten Menschen betreten Beziehungen mit einem unsichtbaren Drehbuch in der Hand – geschrieben von Gesellschaft, Herkunftsfamilie und Hollywood. Wenn dieses Drehbuch nicht mehr passt, landen sie auf der Couch. In Therapie. In Beratung. Und oft mit der falschen Frage: „Was stimmt mit mir nicht?“

In ihrem neuen Buch stellt Natascha Ditha Berger eine andere Frage: Was wäre, wenn Beziehungen grundsätzlich verhandelbar wären – von der Alltagsroutine bis zur sexuellen Exklusivität, von Zukunftsvisionen bis zu Bindungsmustern? Und was bedeutet das für Fachkräfte, die täglich mit Menschen arbeiten, die in Beziehungskrisen feststecken?

In dieser Buchvorstellung gibt sie Einblick in die zentralen Thesen: Mononormativität als unsichtbare Macht in Beziehungskonflikten, Eigenverantwortung als therapeutisches Schlüsselkonzept und die Fähigkeit zur bewussten Beziehungsgestaltung als erlernbare Kompetenz – jenseits von Modell-Dogmatismus, ob monogam oder polyamor.

Verhandeln ist kein Zeichen gescheiterter Romantik. Es ist ein Akt der Liebe.

Networking an der Bar 18:00 – 21:00 h

Block V – Keynote – Beziehungen – Samstag, 30.5.2026: 10:00 – 11:30 Uhr

Dr. Johanna Degen & Holger Quandt

Dr. Johanna Degen:

Wissenschaftlerin, Sozialpsychologin und Sexualtherapeutin, Teach LOVE, Europa-Universität Flensburg, psych-isp

Holger Quandt:

Paar- und Sexualtherapeut sowie Verlagsleiter (Vast Chilli Nova)

Dr. Johanna Degen, Sozialpsychologin, Autorin und Wissenschaftlerin–auch bekannt als Dr. TINDER– spricht im Interview mit Holger Quandt, Paar- und Sexualtherapeut sowie Verlagsleiter (Vast Chilli Nova). Im Gespräch geht es um aktuellste Forschungsergebnisse zu Social Media, Online Dating, KI Avatare, Chatbots und Sexroboter, frisch aus Dr. Degen’s LOVE Lab. Die Forschung zeigt, dass die Bedeutung parasozialer Beziehungen tiefer geht, als lange in der Psychologie angenommen. Parasozialität ist kein Randphänomen, sondern Teil des Alltags vieler Menschen und wir alle leben Parasozialität in unterschiedlichen Ausprägungen. Ohne moralische Bewertung und dafür mit offenem Visier diskutieren Johanna und Holger Vorannahmen, Fehlannahmen und Bedeutungen von Parasozialität für Beziehung, Intimität und (kinky) Sexualität.

Dr. MMag. Stefan F. Ossmann

Sozialwissenschafter, Universitäts-Lektor an der Universität Wien

Wenn wir über Kink sprechen, wissen wir ungefähr worum es geht. Gleiches gilt für konsensuale nichtmonogame Beziehungen (CNM). Aber reicht das schon? So wie jeder Buchstabe des BDSM-Akronyms für unterschiedliche Bedürfnisse steht, stehen auch hinter jeder CNM-Beziehung unterschiedliche
Bedürfnisse. Die Schnittmenge dieser beiden Welten werden wir uns im Vortrag genauer ansehen. Der erste Teil beschäftigt sich mit sexuell offenen Beziehungsmodellen und dem unterschiedlichen Grad emotionaler Beziehung (swingen, offen, Beziehungsanarchie, Polyamorie). Im zweiten Teil werden
diese unterschiedlichen Beziehungsformen im Lichte BDSM-praktizierender Personen betrachtet. Die Hypothese, dass es in den individuell spezifischen Überschneidungen von nicht-monogam und kinky differenzierte und zugepasste Strategien im Beratungs- und Therapiekontext braucht, wird den
Vortrag schließen, und die anschließende Diskussion eröffnen.

Pause  11:30 – 12:00 h

Block VI – Sex, Kunst & Beziehung –  12:00 – 13:30 h

Johannes Grenzfurthner

Künstler, Filmemacher, Autor, Performer und Gründer des international aktiven Kunst- und Theorie-Kollektivs monochrom

Dieser 20-minütige Impulsvortrag gibt einen pointierten Überblick über historische Linien und
zukünftige Trends im Verhältnis von Sexualität und Technologie. Aus der Perspektive von Arse
Elektronika, dem von Johannes Grenzfurthner kuratierten Langzeitprojekt an der Schnittstelle
von Sex, Tech, Kunst und Gegenkultur, geht es um eine einfache, aber folgenreiche These:
Sexualität und Technologie waren nie voneinander getrennt. Vom vulvaren Höhlenbild über
mechanisierte Lustapparate, Kommunikationsmedien, Pornografie und Teledildonics bis hin zu KI,
Plattformökonomien und algorithmisch gesteuerter Intimität zeigt sich, dass Begehren
technologische Entwicklung nicht nur begleitet, sondern immer wieder mit antreibt.

Jasmin Hagendorfer

Künstlerin und Filmemacherin, Kuratorin bei der Arse Elektronika (Sex- und Technologiefestival) und Festivalleitung bei Porn Film Festival Vienna

Von VHS-Pornokassetten über Tube-Seiten bis hin zu KI-generierter Intimität: Sexualität und neue Medientechnologien waren schon immer eng miteinander verwoben. Doch je stärker sich unser Begehren ins Digitale verlagert, desto deutlicher wird auch sein ökologischer Fußabdruck. Streaming-Porn, Rechenzentren und KI-gesteuerte Lust verbrauchen Energie. Mit Humor und Neugier erkundet dieser Vortrag die verborgenen Infrastrukturen digitaler Intimität und stellt eine provokante Frage: Kann unsere zukünftige Lust auch nachhaltig sein?

Dr. Meriam Axtmann & Nina Workhard – leider ausgefallen

Systemische Paar- & Sexualtherapeutin im Gespräch mit professioneller Dominatrix

Der öffentliche Konsensdiskurs reduziert Zustimmung häufig auf formale Freigabe: Ja ist Ja, Nein ist
Nein. Doch klinische Erfahrung zeigt: Sicherheit entsteht nicht durch Abhaken, sondern durch
Beziehung.
Gerade in therapeutischen Kontexten begegnen wir Situationen, in denen Zustimmung
ausgesprochen wird – und dennoch Ambivalenz spürbar bleibt. Was übersehen wir, wenn wir
Konsens primär als sprachliche Bestätigung verstehen?
Dieser Vortrag schlägt vor, Konsens als relationale Führungsarbeit zu begreifen. Führung meint hier
die bewusste Übernahme von Verantwortung für Dynamik, Intensität und Macht – besonders dort,
wo Vulnerabilität auf Expertise trifft.
Ein Blick in die professionelle BDSM-Praxis zeigt: Wo Macht explizit gerahmt, reflektiert und getragen
wird, entstehen oft differenziertere Formen von Sicherheit als in Kontexten, in denen Macht implizit
bleibt. Diese Perspektive eröffnet auch für klinische Praxis eine zentrale Frage:
Welche Form relationaler Führung braucht es, damit Konsens mehr wird als ein gesprochenes Wort?
Der Beitrag verbindet sexualtherapeutische Erfahrung mit Einblicken in professionelle Dominanz und
plädiert für ein reiferes Verständnis von Konsens – als gelebte Kultur statt formaler Technik.

Ersatz: Sinan Huemer (vikingtantra) im Gespräch mit Lisa Opel

Sinan Humer ist männlicher Sexworker und erzählt von seinem Job im Gespräch mit Lisa Opel, Autorin & Podcasterin

Mittagspause: 13:30 – 14:30 h

Block VII: Psychosoziales – 14:30 – 16:00 h

Mag.(FH) Alexandra Gutmannsthal-Krizanits

Lebens- und Sozialberaterin

Toxisch ist ein Wort, eine Zuschreibung, die vor allem in Social Media häufig verwendet wird für alles, was nicht guttut. Vieles im Leben ist plötzlich toxisch. Der Partner, die Chefin, eine Freundin oder die eigene Familie. Doch was steckt wirklich dahinter und was bedeutet es, tatsächlich in einer toxischen Beziehung zu sein? In meinem Vortrag geht es darum, zu erkennen, wann eine toxische Beziehung vorliegt – dazu klären wir aber vorab, was denn eine toxische Beziehung überhaupt ausmacht – und wie man sein Leben zurückbekommt.

Olivia Bernold, BSc

Sozialpädagogin in der stationären Jugendhilfe

Trotz der zentralen Bedeutung von Konsens im BDSM kommt es zu Konsensverletzungen. Basierend auf einer Bachelorarbeit zum Thema «Konsensverletzungen in der Schweizer BDSM-Community» beleuchtet der Input die Komplexität dieses Phänomens sowie individuelle und gemeinschaftliche Ansätze zur Prävention und Intervention und thematisiert die Bedürfnisse von Betroffenen.

Mag. (FH) Petrissa Pichlmayr

Klinische Sexologin, Sozialarbeiterin, Forensische Fachkraft

Jugendliche verfügen heute über einen unmittelbaren Zugang zu hochspezifischen sexuellen Codes, Begriffen und Praktiken. Social Media, Pornografie und digitale Plattformen machen Themen wie BDSM, CNC oder Degradation früh sichtbar und sprachfähig.

Für Fachkräfte stellt sich dabei die Frage wie wir professionell damit umgehen. Der Vortrag bietet ein kompaktes praxisorientiertes Blitzlicht zum Konzept der Kink Awareness in der Arbeit mit Jugendlichen. Im Fokus steht die Differenzierung zwischen explorativer Neugier, Gruppencode, kompensatorischer Regulierung und integrierter sexueller Präferenz, ohne vorschnelle Pathologisierung oder Dramatisierung. Ziel ist es, Fachkräften eine entwicklungspsychologisch und sexualtherapeutisch fundierte Orientierung im Spannungsfeld von digitaler Reizverfügbarkeit und jugendlicher Identitätsbildung zu geben.

Zentrale Haltung:

Nicht alles, was erregt, ist Identität  und nicht jede Abweichung ist Störung. Entscheidend ist die Integration in ein stabiles, differenziertes sexuelles Selbst.

4. Social Media

Pause: 16:00 – 16:30 h

Block VIII: Der/Die/Das Beste _kommt_ zum Schluss 16:30 – 18:00 h

Ottokar Lehrner

Sexualberater und Kurator von sexpositiven Workshops und Festivals

Vom individuellen und gesellschaftlichen Nutzen bewusst ausgelebter Vielfalt im Sexuellen. Eine physische Affirmation, eine Bejahung unserer Identität hin zur kondensierten Lebendigkeit des gelebten Eros, zur Authenzität unserer Existenz: Was ist Kink, wer ist kinky und warum? Welche Spielarten gibt es da und was ist das Besondere dabei? Eine leidenschaftliche Rede über Bewusstheit, Achtsamkeit und Konsens und der Grenzenlosigkeit von Kreativität im Sexuellen.

Programm

Podiumsdiskussion zum 1. KAPA-Kongress

Johanna Degen – Alexandra Bahr – Stefan Ossmann – Stephanie Kossow – Martin Gostentschnig – Natascha Ditha BERGER

Der erste KAPA Kongress hat Fragen aufgeworfen, die über den Tagungsraum hinausgehen. Unsere Expert:innen setzen sich ans Podium – nicht um den Tag zu resümieren, sondern um das Unbehagliche auszusprechen: Wo stehen wir wirklich? Was haben wir heute schöngeredet? Und was muss sich in den Praxen grundlegend ändern?

Moderation

Stefan Kühne, MSc

sorgt für Einhaltung der TimeSlots und gute Stimmung 😉

Anastasia Lopez

Anastasia wird bei Nataschas Slot und der Podiumsdiskussion für extra Mehrwert sorgen 😉